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Sie lassen Fotos von sich liegen, flüchten in Sackgassen oder schlafen am Tatort ein. Wenn Ganoven scheitern, dann oft an sich selbst.
Der Mann am Telefon sprach mit sächsischem Singsang. Doch seine Forderung war klar: "10 000 DM, sonst erzähle ich der Polizei, dass ich bei ihnen schwarzarbeite." Auch über die Geldübergabe hatte der 39jährige DDR-Übersiedler nachgedacht. "Bar ist zu gefährlich. Am Besten, Sie überweisen mir das Geld. Meine Kontonummer lautet ..." Kein Wunder, dass dieser Erpresser noch am selben Tag von der Tronsdorfer Polizei festgenommen wurde.
Im menschlichen Tun liegt stets der Keim des Scheiterns. glücklose Fussballer schiessen über das leere Tor, zittrige Friseure säbeln daneben, nervöse Schauspieler verwechseln das Kostüm. Doch nirgendwo vollzieht sich das scheitern so tragikomisch wie beim Kampf der kleinen Ganoven mit ihrem übermächtigsten Gegner: Der eigenen Dummheit.
Da verkauft der ehemalige Pizzabäcker Diacomo aus Alia an seinem ersten "Arbeitstag" als Dealer im Hamburger Hauptbahnhof den Stoff ausgerechnet an zwei Polizisten. Da stehlen zwei Einbrecher aus einer Heidelberger Gaststätte Bargeld, Obstler, Wein und einen Radiorecorder - und lassen die eigene Brieftasche liegen. Da fällt ein 29jähriger Altkleiderdieb beim Beutezug kopfüber in den Container und bleibt stecken.
Einbrecher, die Konzertkarten klauen - und hingehen. Verlorene Zahnprothesen, liegengelassene Postsparbücher - mancher Kriminalbericht liest sich wie eine Sammlung menschlicher Unzulänglichkeiten. So hinterliessen in Schwerin die Einbrecher in einem Bürogebäude unbeabsichtigt Fotos von sich. Sie hatten eine Polaroidkamera ausprobiert und die Abzüge achtlos weggeworfen - weil zunächst nix drauf war.
Von allen Verbrechergruppen haben es die Bankräuber besonders schwer. Die Kriminalwissenschaftler Wolfgan Servay und Wolfgang Rehm untersuchten für das Bundeskriminalamt in "Wiesbaden" den Bankraub "aus der Sicht der Täter". Nach ihrer Umfrage unter 259 Verurteilten glaubt jeder dritte, Bankraub sei ein Verbrechen "ohne Risiko". 75 % der Bankräuber planen ihre Tat - eher schlecht als recht. Kein Wunder, dass 46 % Während des grossen Coups den Überblick verlieren.
Wie der Architekturstudent aus Soest. Der 32jährige hatte sich den Wagen seiner Mutter geliehen und sich mit einer Leuchtpistole bewaffnet. In der Bank ging noch alles glatt. Doch als er mit 43 000 DM flüchten wollte, raste er erst einmal in eine Sackgasse. Der Amateurbankräuber kurvte solange vor der Bank herum, dass die Angestellten mühelos die Autonummer notieren konnten. Als er mit der Beute Heim zu Muttern kam, wartete bereits die Polizei.
Ein 33jähriger Arbeitsloser aus Frankfurt scheiterte bereits am Kassierer. Er erklärte ihm nämlich eindringlich, er könne "wegen der Automatik leider nur zeitverzögert auszahlen". Bitter. Denn schon am Morgen hatten Angestellte eines Postamtes den Mann völlig ignoriert - auf seine Geldforderung hin waren sie einfach aufgestanden und weggegangen. "Da bin ich eben auch wieder nach Hause", erklärte der traurige Täter vor Gericht.
Bei den kläglichen Raubzügen dieser überforderten Ganoven muss ihre besondere psychische Situation berücksichtigt werden. Für jeden dritten Täter, so ermittelten die Wissenschaftler Servay und Rehm war "der Bankraub das bisher aufregendste Erlebnis ihres Lebens".
Für Dieter war er es bestimmt. Der Brandenburger erbeutete 5 Tage nach der Währungsunion bei seinem ersten Überfall auf eine kleine Sparkasse in Herzfelde bei Berlin 2 200 Mark - Ost.
Ein Arbeitsloser aus Hannover hatte es weniger eilig. Als der Fernseher des 43jährigen in die Brüche ging, weigerte sich das Sozialamt, einen Neuen zu kaufen. Der Enttäuschte informierte sich in einem Rundfunkgeschäft, was ein neues Gerät kostet, trank ein paar Gläschen und marschierte in die Bank. "Ich brauche 800 DM." Und weil alles seine Ordnung haben musste, bot er auch noch an: "Soll ich Ihnen diesen Betrag quittieren?"
Videoaufnahmen dokumentieren die unfreiwillige Komik manchen Überfalls. Stotternde Räuber "(Ba-Ba-Ba-Ba-Banküberfall)", über den Kopf gezogene Damenstrumpfhosen mit an der Seite herunterbaumelnden Nylonbeinen, groteske Handgranatenfälschungen. Oder etwa der Versuch, das Kameraauge zu überlisten: Ein korpulenter Berufsverbrecher zeigte sich bei einem Überfall in Bad Nauheim ausschliesslich von hinten. Die Frankfurter Polizei erkannte ihn allerdings doch - an der fülligen Sitzfläche.
Derlei Peinlichkeiten wollten unbekannte Verbrecher in Seulingen bei Göttingen vermeiden. In tiefer Nacht hatten sich die Räuber durch ein erdnahes Fenster hindurch in den Keller der Sparkassenfiliale gezwängt und bis in den Tresorraum vorgekämpft. Dort packten sie ihre nagelneue Bohrmaschine aus und legten los. Unglücklicherweise erwischten sie beim Bohren statt des Geldschranks die Wasserleitung.
Eine kalte Dusche zur rechten Zeit hätte andernorts die Pleite sicher verhindert. Denn oft ist die Müdigkeit der härteste Gegner des Verbrechers. Ein 38jähriger Gelegenheitskrimineller hatte sich ein nachtverlassenes Bürogebäude in Bad Cannstadt zum Plündern vorgenommen. In Erwartung gewaltiger Geldsummen stemmte er Schreibtischschublade um Schreibtischschublade auf - und fand nichts. Von dieser vergeblichen Anstrengung ermattet, versank er in tiefen Schlaf. Als er erwachte, klickten bereits die Handschellen.
Ganz andere Anstrengungen fällten Peter G., der in Hamburg eine Spedition überfiel. Er unterzog seine Beute "guestrower Getreidekorn", einem spontanen Qualitätstest. Bei einem Pegel von 4,0 Promille fielen dem 54jährigen die Augen zu. Erst nach tagelanger Ausnüchterung war Peter G. vernehmungsfähig.
Kulinarische Leidenschaft besiegte die zwei Mundräuber aus Niederbayern. Sie überfrassen sich nächtens im überfallenen Supermarkt dermassen, dass sie käfergleich auf dem Rücken liegenblieben und wegdämmerten.
Über die plötzliche Ermüdung einer Handtaschenräuberin rätselt die Frankfurter Bahnhofspolizei noch heute. Eigentlich, so erklärte Andrea später, den Beamten bei der Vernehmung, wollte sie nur mal auf die Toilette. Doch als in der Nebenkabine plötzlich heftig gekeucht, gegrunzt und geschrien wurde, lugte sie unter der Wand hindurch. "Ich dachte da wird jemand umgebracht." Andrea sah das genaue Gegenteil: Eine 44jährige Frau aus Oberursel arbeitete heftig auf ihrem 33jährigen Freund. Auf die arglos abgestellte Handtasche achtete im Liebesrausch keiner - bis auf Andrea, die griff zu. Nach vollzogener Lust fiel den beiden der Verlust auf. Errötend zog das Paar die Bahnpolizei zum Tatort. Die Beamten hämmerten an die Türen der Nachbarkabinen. Und irgendwann öffnete Andrea verhuscht die Tür. Die 29jährige war mit der geklauten Handtasche auf dem Schoss eingeschlafen.
Immerhin hätte Andrea fast gute Beute gemacht. Ganz im Gegensatz zu Einbrechern, die sich in der Schaufensterauslage eines Bonner Sportartikelgeschäfts bedienten. Die Täter erbeuteten 14 Superschuhe im Werte von 3 000 DM - allesamt für den rechten Fuss. Zwei Einbrecher, die in Solingen in ein Zweifamilienhaus einstigen, kamen gar nicht erst so weit, sich über miese Beute zu ärgern - einer von ihnen war im Kamin steckengeblieben. Sein Komplize wusste sich nicht anders zu helfen, als bei der 82järigen Nachbarsfrau um Hilfe zu rufen. Die zweieinhalbstündige Rettungsaktion der Feuerwehr kostete 30 000 DM.
Ihrer fast schon sympathischen Schusseligkeit verdanken all diese kleinen Ganoven, dass sie irgendwann vor dem Richter stehen. Doch manchmal kommen sie auch von selbst: Vor dem Duisburger Amtsgericht musste sich ein Libanese verantworten, der ein Kaufhaus um 33 Armbanduhren erleichtert hatte. Als der Richter ein Protokoll verlas, in dem der Name eines zweiten Tatbeteiligten genannt wurde, erhob sich plötzlich ein junger Mann im Zuhöhrersaal und winkte höflich: "Ja, hier." Eine Minute später sass er zwei Reihen weiter vorn - auf der Anklagebank.
DEUTSCHLANDS DÜMMSTE KRIMINELLE:
In keiner anderen Branche tummeln sich mehr Schwachköpfe Pechvögel und Dilettanten als unter Kriminellen.
Im Ostseebad Grömitz stahl ein Autodieb einen roten Golf, Baujahr 1976. Schon nach wenigen Kilometern gab das Gefährt seinen Geist auf. Enttäuscht schrieb der Autoklau auf einen Zettel und klemmte ihn hinter den Scheibenwischer: "Scheissauto. Hat keine 15 Minuten gehalten."
Mitte August 1975 wollten drei Männer in Rothesay, Schottland, die Königliche Bank ausrauben. Auf dem Weg in die Schalterhalle blieben die Räuber allerdings in der Drehtür stecken, so dass hilfreiche Bedienstete der Bank sie befreien mussten. Die drei stammelten verwirrt ein Dankeschön und verliessen blöd das Bankgebäude. Wenig später drangen sie erneut - diesmal erfolgreich - zum Kassenschalter vor und forderten vom Kassierer die Herausgabe von 5000 £. Aber keiner der Bediensteten nahm die Burschen ernst. Der Kassierer konnte sich kaum einkriegen vor Lachen, so komisch wirkten die drei Figuren auf ihn. Diese Reaktion verunsicherte die Bande so sehr, dass ihr Anführer die Forderung erst auf 500£ und dann gar auf 50£ senkte. Jetzt brüllte die gesamte Belegschaft vor Vergnügen. Soviel Missachtung seiner kriminellen Absicht veranlasste einen der Räuber zu einem beherzten, aber ungeschickten Sprung über den Tresen. Bei der Landung rutschte er aus und landete mit viel Spektakel auf dem Hosenboden. Durch dieses neuerliche Unglück enerviert, traten die beiden anderen Männer die Flucht an. Sie kamen aber nicht weit, weil sie in ihrer Verwirrung in der falschen Richtung durch die Drehtür stürmen wollten und erneut stecken blieben.
Der geräusch- und erfolgloseste Bankraub spielte sich 1969 in Ohio ab. Dort reichte ein ausgesprochen unauffälliger Bankräuber einen Zettel an dem Kassierer, auf dem handschriftlich geschrieben stand: "Dies ist ein Überfall - ich besitze eine Waffe" Der Kassierer las - und dann entriss ihm der Bankräuber wieder das Papier, um noch einen Satz draufzuschreiben: "Stecken sie das Geld in eine Papiertüte!" Erneut bekam der Kassierer das Papier hingehalten. Er las es, nahm einen Kugelschreiber und setzte unter des Bankräubers letzten Satz: "Ich habe keine Papiertüte." Dann gab er den Zettel zurück. Worauf der schweigsame Bankräuber die Flucht ergriff.
Ein anderer Bankräuber konnte gefasst werden, weil er wenige Tage nach seinem Überfall die gesamte Beute in der erst vor kurzem überfallenen Bankfiliale auf sein Konto einzahlen wollte.
Durch die Dachluke wollte ein junger Einbrecher in einem Rostocker Supermarkt einbrechen. Bei dem Versuch verlor er aber das Gleichgewicht und landete in einem Regal voller Ketchup-Flaschen. Die Verkäuferin, die am nächsten Morgen als erste den Laden aufschloss, sah sich in einen Splatter-Film hineinversetzt: Überall Glasscherben und rote Schleifspuren. Den 23jährigen verhinderten Einbrecher fand sie in blutrot verschmierten Klamotten unter einer Kasse. Er hatte sich bei dem Sturz ein Bein gebrochen, hatte dann vergebens nach einem Ausgang gesucht und ist schliesslich eingeschlafen.
Ungeschicklichkeit bewies der Einbrecher Andreas S. Um an der Rückseite eines Juweliergeschäftes einsteigen zu können, balancierte er über die mit Drahtgeflecht gesicherte Krokodilhalle des Berliner Zoos - und rutschte ab. Zwar landete er nicht zwischen den Alligatoren, aber von dem Baum, auf dem er landete, kam er auch nicht mehr herunter, weil unter ihm die lebenden Handtaschen erwartungsvoll auf einen Mitternachtssnack warteten. Erst am nächsten Morgen wurde er von der Polizei 'errettet'.
Der 50jährige Invalidrentner wollte mit einer Erpressung seine mickrige Rente aufbessern. Der nur 1,50 grosse und in der deutschen Rechtschreibung nicht gerade bewanderte Mann warf folgenden handgeschriebenen Brief bei der Sparkasse ein: "Wir möchten Sie Doch bitten ohne Polizei 50 000 MARG An der Hermann Hesse Str. Kaufhalle Hinder Den Imbiss China Absulegen biss heute 15.30 Uhr, sonst Steht das Haus in Flammen. Wier sind Mährere Leute." Statt des Geldes erwarteten ihn die Ordnungshüter.
Der dümmste Campingdieb war ein gewisser Fitzgerald F., der seine Ferien auf dem Campingplatz von San Diego (Kalifornien) verbrachte. Lange schon hatte er ein Auge auf die Wertsachen im Nachbar-Wohnwagen geworfen. Eines Tages fühlte er sich sicher - die Nachbarn waren fortgefahren. Er brach ein, raubte Fotoapparate, Schmuck, Sportgeräte und ein Angelset. Als die Familie Sanders, der der Wohnwagen gehörte, zurückkam, kam sie auch schnell dem Dieb auf die Spur: Der Angelhaken hatte sich in der Tür verklemmt und die Angelleine sich abgespult. Man brauchte also nur noch der Leine zu folgen. Man folgte der Schnur und begegnete prompt Fitzgerald, der sie - als ordentlicher Mensch - gerade wieder neu auf die geklaute Angelrolle aufspulen wollte.
Im hessischen Egelsbach wurde ein Panzerwagen von mehreren maskierten und mit Schrotflinten bewaffneten Männern überfallen. Die Beute - elf Geldkisten - wurden in einen gestohlenen Geländewagen verladen. Dieser blieb jedoch beim überqueren der Bahnstrecke Darmstadt-Frankfurt stecken. Die Gauner konnten noch zwei der Kisten retten bevor ein heraneilender Interregio-Zug mit dem Fahrzeug kollidierte und den Grossteil der Beute in die Luft wirbelte.
In Frankfurt schoss sich ein flüchtender Bankräuber aus Nervosität in die linke Hand, und dann bekam er das Schloss seines Fluchtfahrrades nicht auf: 5 Jahre Haft.
Zu den Opfern der Nervosität muss auch Mike Z. gezählt werden, der nach dem Überfall auf eine Sparkasse mit 4855 DM durch die Chemnitzer Strassen irrte - er hatte vergessen, wo er sein Fluchtfahrzeug geparkt hatte.
Nicht Opfer seiner Nervosität, sondern Opfer seiner Kurzsichtigkeit wurde der Bankräuber Ralf S. Damit er sich die dicke Winter-Strumpfhose über das Gesicht ziehen konnte, musste er die Brille abnehmen. Er betrat die Eilenburger Bank und stolperte halbblind zum Bauspar-Schalter, wo man ihn kein Geld geben konnte. Auf der Flucht verfuhr er sich, weil er seine Brille nicht mehr finden konnte. Polizisten zerrten ihn schliesslich aus seinem Auto.
Nicht Nervosität oder mangelnde Sehschärfe verhinderten einen Einbruch in Neuburg, sondern vielmehr die Leibesfülle des Einbrechers. Dieser versuchte, durch das Kellerfenster in ein Wohnhaus einzusteigen und blieb dabei im Lichtschacht stecken. Im Polizeibericht stand zu lesen: "Da seine körperliche Fülle offensichtlich nicht mit der lichten Weite der Schachtöffnung in Einklang zu bringen war, wurde er bei seinem Einbruchsversuch eingeklemmt". Der Einbrecher musste so lange um Hilfe rufen, bis die Feuerwehr eintraf.
In Harnisch geriet der Amtsrichter Eduard Blaimont während einer Gerichtsverhandlung in Pau, Frankreich, weil ihm zum 17. Mal in seiner siebenjährigen Amtszeit der Einbrecher George Bruelle gegenüberstand. Diesmal hatte ein Handlungsreisender, in dessen Wohnung George eingestiegen war, den Halunken schnarchend auf dem Kanapee erwischt. George war eingeschlafen, weil er sich zu ausgiebig am Cognac des Wohnungsinhabers gütlich getan hatte. "Einen unfähigeren Einbrecher als Sie kann ich mir gar nicht vorstellen", kanzelte der Richter seinen alten Bekannten ab, "das nächste Mal weigere ich mich, ein Verfahren gegen sie zu eröffnen. Dann können sie selbst zusehen, wer Sie verurteilt, Sie Null." Ob George nach Abbüssung seiner Haftstrafe das Geschäft, zu dem er so gar nicht berufen war, aufgegeben hat, ist nicht bekannt.
Der ungeschickteste Einbrecher wollte in Tiverton in ein China-Restaurant einbrechen. Er kletterte durchs Fenster, verlor sein Gleichgewicht und fiel in eine Friteuse. Fettbeschmiert rappelte er sich hoch und rutschte auf die Kasse zu. Es waren keine Geldscheine zu finden, und so füllte er seine Taschen mit Unmengen von Kleingeld. Als er - mit ausgebeulten Taschen und gerinnendem Fett am Körper - das Restaurant verliess, fiel er einem vorüberkommenden Polizisten sofort auf und wurde festgenommen.
Ein zu markantes Gesicht hatte ein 22jähriger Bankräuber aus dem Nordrhein-Westfälischen Kirchhundem. Er überfiel eine Bank im Nachbarort und entkam mit 9940 Mark Beute. Aber bereits 45 Minuten später konnte er schon gefasst werden. Eine Bankangestellte hatte in ihm ihren ehemaligen Schulkameraden Stefan G. anhand seiner markanten Mike-Krüger-Nase erkannt.
Der erfolgloseste Erpresser war wohl Peter S. (42), der einen befreundeten Anwalt um einige Tausend Mark erleichtern wollte. Er versteckte sich dazu mit Kamera und Blitzgerät in dessen Schlafzimmerschrank. Einige Stunden später kam es wirklich zu interessanten Begegnungen zwischen dem Anwalt und seiner Freundin auf dem Schlafzimmerbett, und Peter S. stürzte wild fotografierend aus dem Schrank. Nach dem Entwickeln des Films war leider nicht das ehebrecherische Paar zu erkennen, sondern nur sehr deutlich ein Plattenspieler, der in der Ecke des Schlafzimmers stand.
Zu übermütig wurde eine fünfköpfige Tresorknackerbande aus Berlin, die innerhalb eines Jahres bereits 31 Tresore aufgeschweisst hatte. Bei dem neusten Coup liess sich Bandenmitglied Michael Z. von hinten knipsen, mit heruntergelassener Hose. Das Bild deponierten die Gangster zum Hohn in den geleerten Tresor. Das Hinterteil konnten die Polizisten nicht identifizieren, wohl aber den auffälligen Sportpullover, den der Fotografierte trug. Rasch hatten sie ermittelt, wo er gekauft wurde - und der Panzerknacker hatte mit Kreditkarte bezahlt.
Nach einem Überfall auf ein Postamt in Blumenberg (Brandenburg) raste das Ganoventrio mit einem weissen Audi 80 durch eine Radarfalle und wurden mit 43 Stundenkilometer zu schnell geblitzt.
Weil er nur noch 5,16 Mark besass, überfiel der arbeitslose Kraftfahrer Werner T. eine Raiffeisenbank im brandenburgischen Dallmin. Als die, mit einer Gaspistole bedrohte, Verkäuferin 21000 Mark in eine Plastiktüte gepackt hatte, verabschiedete er sich mit den Worten: 'Danke, das reicht' um anschliessend mit einem Fahrrad zu flüchten. Ein 70jähriger Malermeister nahm kurzerhand die Verfolgung auf. Der Räuber stoppte schliesslich genervt und überreichte dem Verfolger die Beute: 'Hier, das können sie wieder zurückbringen.' Doch der Handwerker blieb hart: 'Das machst du selber.' In der Bank sagte T. resigniert: 'Sorry, war nicht so gemeint.'
Ein passionierter Sammler von Sportlerautogrammen ist der 42jährige arbeitslose Henryk L. Mehrere tausend Stück hatte er schon gesammelt. Allerdings überstieg die Korrespondenz langsam aber sicher seine finanziellen Möglichkeiten des Brandenburgers. Deshalb legte er ausländische und deutsche Briefmarken unter einen Farbkopierer und schnitt anschliessend die Zacken mit einer Nagelschere aus. Die deutschen klebte er auf die Bittbriefe, die ausländischen auf die Rückumschläge. Jedoch ging er nicht bei jeder Briefmarke sorgsam genug vor: Er viel bei der Post auf, als hundert Briefe mit kopierten Marken aus dem Inn- u. Ausland bei ihm eintrudelten.
Ein 17jähriger Einbrecher aus Michendorf/Berlin wurde gefasst, weil er beim Aufschweissen eines Tresors einen an die Potsdamer Verkehrsbetriebe adressierten Fahrscheinantrag mit Adresse und Passbild verlor.
In Recklinghausen überfiel ein Arbeitsloser eine Bankfiliale im Stadtteil Suderwich. Nach dem Überfall flüchtete er mit seinem eigenen Auto. Verhaftet wurde er wenig später nur einige hundert Meter von der überfallenen Filiale entfernt: In seiner Wohnung.
Anstatt des erwarteten Geldes bekam ein Ganove, der die Sparkassenfiliale im Recklinghäuser Stadtteil Hochlarmark überfiel, nur einen Rüffel vom Filialleiter: "Hau ab du Arsch, hier gibt es kein Geld." Er flüchtete ohne Beute.
In Frankfurt verkeilte sich ein Einbrecher im Fenster einer Diskothek; die Feuerwehr musste ihn mit Schneidbrennern befreien, dann übergab sie ihn der Polizei.
Noch einfacher macht es den Ordnungskräften ein gewisser Rudolf R.: Er klettert in einen Panzerwagen, um Geldkoffer zu stehlen, einer der Sicherheitsmänner schlägt die Tür hinter ihm zu, sperrt ihn ein und fährt ihn geradewegs in eine Polizeikaserne.
Andere Einbrecher setzen mit einem gestohlenen Lastwagen rückwärts durch die Glastür einer Bank, schlingen ein dickes Tau um Anhängerkupplung und Geldautomaten, gehen Gas und reissen das Gerät aus der Verankerung - es ist der Kontoauszugsdrucker.
Ein Bundeswehrsoldat beraubt maskiert, aber in Uniform eine Bank; auf der Brust prangt stolz sein Namensschild.
Ein anderer Bankräuber schiebt dem Kassierer einen Zettel mit der Aufschrift zu "Das ist ein Überfall". Der Kassierer dreht den Zettel um - es ist ein Briefbogen des Räubers selbst, mit Name, Telefonnummer, Adresse.
Nach einem anderen Bankraub verlässt die Täterin mit mehr als 40.000 Mark die Schalterhalle, vergisst aber, ihre Karnevalsmaske abzunehmen. Das fällt einigen Passanten auf, sie übergeben die Räuberin der Polizei.
Ein anderer Bankräuber, diesmal in Magdeburg, findet zwar sein Fluchtfährzeug, aber das Auto startet nicht - kein Benzin im Tank.
Ebenfalls in Magdeburg: Zwei Anfänger erbeuten 5.000 Mark, verjubeln alles in Hamburg auf der Reeperbahn, lassen währenddessen ihre Maschinenpistolen offen auf dem Rücksitz ihres Fluchtfahrzeuges liegen. Dieses wird von der Polizei sichergestellt. Als das Gaunerduo, im Glauben, ihr Auto wäre nur wegen Falschparkens umgestellt worden, auf der Wache reklamiert, wird es auf der Stelle festgenommen.
Zwei Jugendliche versuchten auf dem Parkplatz einer Polizeistelle von einem VW Polo die Auspuffanlage zu klauen. Als sie diese dann abgeschraubt hatten. Klingelte das Handy des 19-jährigen Schraubers. Die von dem Klingeln aufmerksam gewordenen Polizisten waren dann auch 2 Minuten später vor Ort.
DIE ZEHN DÜMMSTEN KRIMINELLEN AUS "NIETEN OHNE ENDE"
"Wenn das Unglück dem Verbrechen folgt, folgt öfter das Verbrechen dem Unglück."
1. Ein Septembermorgen 1981: Zwei Männer aus dem kanadischen Edmonton überfallen eine Tankstelle in Vancouver, fesseln den Tankwart in der Toilette, flüchten mit hundert Dollar, verfahren sich und fragen bei einer Tankstelle nach dem Weg - der Gleichen, die sie vorher überfallen hatten. Der inzwischen von seinen Fesseln befreite Tankwart lässt sie von der Polizei verhaften.
2. Ein anderer Räuber überfällt, mit den Worten "Her mit der Kasse oder ich schiesse", einen Lebensmittelladen im englischen Wandsworth. Als der Ladenbesitzer ihn höflich fragt, wo er denn seinen Revolver habe, verlässt der Räuber fluchtartig den Laden - den Revolver hatte er vergessen.
3. Ein weiterer Ladenräuber aus West Croydon schreibt auf einen Zettel "Ich habe einen Revolver in der Tasche und knalle Sie ab, oder Sie rücken sofort das Geld heraus" und schiebt diesen der Kassiererin entgegen. Aus Angst, es handle sich um etwas Obszönes, weigert sich die Kassiererin, den Zettel anzusehen. Daraufhin wechselt der Räuber in den nächsten Laden, aber der Besitzer kann kein Englisch. Im dritten und letzten Laden schliesslich sagt der Besitzer, er müsse erst seine Brille holen, und ruft derweil die Polizei.
4. Im dänischen Munkebo sprengen drei Einbrecher den Safe einer Bank. Dabei stürzt das Bankgebäude ein, der Safe bleibt heil.
5. Ebenfalls in Dänemark flüchtet ein Bankräuber in ein Taxi und ruft dem Fahrer seine Adresse zu. Das vermeintliche Taxi entpuppt sich als ein Streifenwagen ...
6. Im amerikanischen Bel Air bricht ein Dieb in eine Millionärsvilla ein, er findet sich in den zahlreichen Räumen des Gebäudes nicht zurecht, gerät in Panik, landet im Schlafzimmer des anwesenden Besitzers und bittet diesen, ihn doch irgendwo herauszulassen. Aber da hatte der schon längst die Polizei gerufen.
7. Zwei Engländer stehlen in Stoke-on-Trent einen Wassertank. Dieser ist halb voll und zieht eine Wasserspur direkt zum Haus der Diebe ... (ähnlich fasste die Polizei in Dortmund auch zwei Diebe, die in einen Kiosk eingebrochen waren: Ausser Geld und Zigaretten hatten die Einbrecher auch Eier mitgenommen, die sie nach und nach auf ihrer Flucht verloren ...).
8. Ein Bankräuber in Malta flüchtet mitsamt Beute in einem Bus. Jedoch hat der Bus Verspätung, und ein zufällig vorbeikommender Streifenpolizist, dem die aus den Manteltaschen des Räubers ragenden Geldscheine auffallen, nimmt den Räuber fest.
9. Ein Ausbrecher aus dem Gefängnis der amerikanischen Hafenstadt Madonna del Freddo klopft nach geglückter Flucht nachts an einer einsamen Hütte. Es öffnet der gleiche Polizist, der den Ausbrecher verhaftet hatte - er hatte die Hütte als Urlaubsdomizil gemietet.
10. Ein anderer Ausbrecher versteckt sich im englischen Northeye-Gefängnis in einem Lieferwagen voll Gemüse. Als der Lieferwagen nach einer längeren Fahrt anhält und der Ausbrecher sich aus dem Fahrzeug schleicht, musste er feststellen, dass er sich nunmehr in der Haftanstalt von Lewes befand
DÜMMER ALS DIE POLIZEI ERLAUBT (international):
Louisiana: Ein Mann kam in ein kleines Strassenlokal, legte eine 20$-Note auf den Tresen und bat um Wechselgeld. Als der Angestellte die Kasse öffnete, zog der Mann eine Pistole und verlangte das gesamte in der Kasse befindliche Geld, welches er auch prompt ausgehändigt bekam. Der Mann nahm das Geld aus der Kasse und floh, wobei er die 20$-Note auf dem Tresen zurückliess. Die Gesamtsumme seines Raubzuges? Fünfzehn Dollar. [Ist ein Verbrechen begangen worden, wenn jemand mit einer Pistole auf Dich zielt und Dir Geld gibt?]
Arkansas: Scheinbar hatte dieser Typ verdammt dringend ein Bier nötig. Er beschloss, einfach einen Ziegelstein in das Schaufenster eines Getränkeladens zu werfen, sich ein paar Flaschen zu greifen und dann abzuhauen. So hob er den Ziegelstein hoch und warf ihn mit viel Schwung gegen das Fenster. Der Stein jedoch federte zurück, traf den Möchtegerndieb am Kopf und schlug ihn bewusstlos. Das Schaufenster war aus Plexiglas. Der ganze Vorfall wurde über eine Videokamera registriert und der Mann von der Polizei eingesammelt, noch ehe er das Bewusstsein wiedererlangt hatte.
New York: Als eine Einkäuferin eine Geschäftsauslage betrachtete, schnappte sich ein Mann ihre Geldbörse und floh. Ein Angestellter rief sofort die Polizei, und die Frau konnte eine detaillierte Beschreibung des Diebes geben, welcher binnen weniger Minuten von der Polizei gefasst wurde. Man zog den Dieb daraufhin aus dem Polizeiwagen und forderte ihn auf, sich zum Zwecke einer Identifikation vor die Frau zu stellen, worauf er antwortete: "Ja, Officer ... das ist sie. Das ist die Dame, der ich den Geldbeutel gestohlen habe."
Seattle: Als ein Mann versuchte, nachts der Tankstelle eines Motels Benzin zu stehlen, indem er einen Schlauch in den Moteltank steckte und diesen ansaugte, erhielt er viel mehr, als er erwartet hatte. Die ankommenden Polizisten trafen den Mann an, wie er buchstäblich Scheisse spuckte. Ein Sprecher der Polizei erklärte, der Mann habe versucht, Benzin zu stehlen, indem er es absaugte und habe seinen Schlauch dabei versehentlich nicht in den Benzin-, sondern in den Ausgang des Abwassertanks des Motels gesteckt. Der Besitzer verzichtete mit der Erklärung, er hätte in seinem ganzen Leben noch nie so gelacht, auf eine Anzeige.
Ann Arbor: Die "News Crime Colummn" von Ann Arbour berichtet, dass ein Mann um fünf Uhr morgens eine Filiale von Burger King betrat, eine Pistole zog und den Inhalt der Kasse verlangte. Der Angestellte erklärte, die Kasse nicht öffnen zu können, ohne zuvor eine Bestellung eingegeben zu haben. Als der Mann daraufhin Zwiebelringe bestellte, antwortete ihm der Angestellte, diese seien zum Frühstück nicht erhältlich, woraufhin der Mann frustiert das Lokal verliess.
Kentucky: Zwei Männer versuchten, die Frontabdeckung eines Bankomaten zu entfernen, indem sie eine Kette daran befestigten und diese wiederum um die Stossstange ihres Autos schlangen. Doch beim Anfahren löste sich nicht etwa die Front des Bankomaten ab, sondern vielmehr ihre Stossstange vom Wagen. Aufgrund des Lärms, den die ganze Sache verursacht hatte, bekamen es die beiden mit der Angst zu tun, fuhren auf und davon und liessen die Kette befestigt am Bankomaten zurück. Mit der Stossstange immer noch am anderen Ende. Mit dem Nummernschild immer noch an der Stossstange.
Newark: Eine Frau meldete ihr Auto als gestohlen und erklärte, dass sich ein Autotelefon darin befände. Der die Meldung entgegennehmnende Polizist rief unter der Nummer des Autotelefons an und sagte dem Typen, der dort abnahm, er habe die Anzeige in der Zeitung gelesen und würde den Wagen gern kaufen. Sie vereinbarten ein Treffen, und der Dieb wurde festgenommen.
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