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Mein Mann meint, dass Häuser von Urlaubern jeden Sommer deswegen ausgeplündert werden, weil zu viele Leute bekanntgeben, dass sie verreisen. Ich bin darin ganz seiner Ansicht. Jemandem zu erzählen, man fahre 2 Wochen in den Urlaub, ist so, wie eine gedruckte Einladungskarte an die Einbrecher, sich zu bedienen.
Wie ich schon meinem Mann sagte, habe ich niemandem erzählt, dass wir für zwei Wochen wegfahren. Mit einer Ausnahme, der Nachbarin, die unsere Pflanzen giessen und die Rolläden rauf- und runterlassen wird. So blöd bin ich nicht, dass ich die Zeitungen vor der Tür stapeln lasse. Ich habe daher den Zeitungsjungen angewiesen, keine mehr zu bringen. Man muss sich doch klarmachen: Je mehr Leute wissen, dass man wegfährt, desto grösser ist die Chance, dass eingebrochen wird.
Wie ich der Frau im Wartezimmer der Tierklinik sagte, als ich unseren Hund dort zur Aufbewahrung anmeldete: "Es gilt dafür zu sorgen, dass das Haus bewohnt aussieht, so lange man nicht da ist." Sie meinte, auch zu langes Gras sei verräterisch. Daran hatte ich nicht gedacht. Wenn sie nicht gewesen wäre, hätte ich nicht am Anschlagbrett des Supermarktes einen Jungen gesucht, der die beiden ersten Juliwochen unseren Rasen mäht.
Als ich dem Briefträger sagte, wir reisen weg, er solle die Post zurückhalten, meinte er, man könne niemand trauen, ein Geheimnis zu bewahren. Deswegen empfahl er, sein Neffe solle von Zeit zu Zeit kommen und unseren Zweitwagen mal neben, mal vor die Garage fahren - und wenn er selbst keine Zeit hätte, einen seiner Kollegen von der Tankstelle schicken.
Mein Mann fragte: "Wievielen Leuten hast du es schon erzählt?" Ich antwortete, ich hätte es keinem Menschen gesagt, mit Ausnahme der Angestellten im Reisebüro, wo ich unsere Flugscheine holte und natürlich der chemischen Reinigung, weil die sich gewundert hatten, warum ich auf einmal so viel reinigen liess.
Möglicherweise hätte ich es auch vor der Verkäuferin im Warenhaus erwähnt, wo ich meinen neuen Koffer gekauft hatte, im übrigen hätte ich geschwiegen, wie das sprichwörtliche Grab. Sagen musste ich es selbstverständlich den Leutchen vom Kosmetiksalon, in den ich regelmässig gehe. Man kann sie nicht einfach so sitzen lassen. Das wäre albern. Wir sind doch alle erwachsen. Und den Hausschlüssel habe ich dem Mann von der Heizungsfirma gegeben, damit er den Kessel reinigen kann, aber das ist ein ganz Ruhiger, der redet überhaupt selten.
Mein Mann holte tief Luft und fragte leise: "Nun rechne mal aus, wievielen Leuten du schon gesagt hast, dass wir in Urlaub fahren?"
"Fünfundzwanzig bis dreissig, ausser du zählst die nette Dame von der Bank dazu, bei der ich die Reiseschecks abgeholt habe, den Damen vom Fitness-Kurs und dem Tennis-Club", sagte ich. "Aber ich habe nicht gesagt, wo wir hinfahren."
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